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VR im Schulungsbereich

Exkursion in die Prüf-Werkstatt bei IVECO Ulm (Foto: Bettina Brand)
Exkursion in die Prüf-Werkstatt bei IVECO Ulm (Foto: Bettina Brand)

[11|10|2019]

Nicht nur in der Unterhaltungsindustrie ist Virtual Reality (VR) ein großes Thema für die Zukunft. Auch immer mehr Unternehmen wollen Gebrauch von dieser neuen Technologie machen. Unternehmen wie die TÜV SÜD Akademie und IVECO Nutzfahrzeuge wollen VR in ihren Schulungen und Weiterbildungskurse für Prüfingenieure einbinden.

Im Rahmen des Usability-Projekts im 6. Semester erstellten die Studierenden in Kooperation mit der TÜV SÜD Akademie und IVECO ein Konzept für ein VR-Szenario für die Schulung von Sicherheitsprüfungen an Nutzfahrzeugen. Dabei sollte besonderer Wert auf eine intuitive Navigation und Interaktion sowie auf Sprachneutralität gelegt werden. Das Konzept für die Benutzerführung sollte sich an den zeitgemäßen Standards und Trends der VR-Entwicklung orientieren. Zukünftig ist geplant, die Präsenzveranstaltungen im Weiterbildungsbereich mit VR-Szenarien sinnvoll zu ergänzen.

Das Usability-Projekt initiierte und verantwortete Frau Professor Dr. Gertrud Grünwied. Die 29 Studierenden teilten sich in vier Gruppen ein. Dabei übernahmen zwei Personen die Projektleitung, die anderen wurden auf drei Teams verteilt. Ein Team beschäftigte sich mit den Nutzerwünschen der Prüfingenieure an VR, das zweite mit den technischen Inhalten der Sicherheitsprüfung und das dritte Team mit dem Thema VR.

  • Für die Ermittlung der Zielgruppenwünsche führte das Team für die Nutzerwünsche eine Umfrage direkt bei den Prüfingenieuren durch. Dabei wurden ebenfalls die unterschiedlichen Erfahrungslevels der Zielgruppe berücksichtigt. Bei der Auswertung der Umfrageergebnisse konnte man sehr gut erkennen, dass viele der Prüfingenieure dem Thema VR noch eher skeptisch gegenüber stehen. Viele konnten für sich noch keinen Mehrwert von VR im Schulungsbereich finden, da bei einer Sicherheitsprüfung nicht nur der visuelle Eindruck entscheidend sei, sondern auch Geräusche und die Haptik eine sehr große Rolle spielen. Basierend auf diesen Umfrageergebnissen modellierte das Team eine Persona, um die Zielgruppe für den TÜV SÜD greifbarer zu machen.

  • Das Team für die Sicherheitsprüfung (SP) teilte diese in verschiedene Prüfbereiche und in die Art der Prüfung ein, wie beispielsweise das Überprüfen eines Risses im Reifen durch Sichtprüfung. Dabei berücksichtigte das SP-Team ebenfalls die haptischen und audiovisuellen Aspekte der Prüfung, wie Motorgeräusche und das Fahrgefühl bei der Probefahrt. Auch die einzelnen Werkzeuge, die für die verschiedenen Teile der Prüfung benötigt werden, wurden mit einbezogen. Um ihre Ergebnisse so realitätsnah wie möglich zu gestalten, bot eine Exkursion nach Ulm zu IVECO einen Einblick in die Praxis. Dort wurde der Projektgruppe an einem LKW der Ablauf der SP-Prüfung live vorgeführt.

  • Gemeinsam mit dem VR-Team führte das SP-Team einen Nutzertest für die bestehenden VR-Szenarien durch. Die Ergebnisse von dem Nutzertest und die erhobenen Daten über die Zielgruppe flossen in das Interaktionskonzept mit ein, welches das VR-Team erstellte. Dabei berücksichtigten sie die neuesten Technologien im Hardware- und Softwarebereich für VR-Anwendungen und trafen dabei eine Auswahl für die Empfehlung an die TÜV SÜD Akademie. Speziell auch die Umsetzung von haptischen und audiovisuellen Sinneswahrnehmungen wurde mit einbezogen, um die zukünftigen VR-Anwendungen möglichst realitätsnah darzustellen. Zusätzlich zu den technischen Umsetzungsaspekten erstellte das VR-Team Mockups für das Design der VR-Szenarien.

Am 2.7.2019 stellten die Studierenden dann in der Abschlusspräsentation den beiden Projektpartnern TÜV SÜD Akademie und IVECO ihre Ergebnisse vor. Die Resonanz war durchwegs positiv und auch die Mockups für das VR-Szenario waren sehr überzeugend, so dass die Vorschläge in zukünftige Weiterentwicklung der VR-Szenarien einfließen sollen.